Zum Hauptinhalt springen
Zurück zu News & Trends
KI03. September 20267 Min. Lesezeit

KI-Suche 2026: Wie Immobilienmakler in ChatGPT, Gemini und Google AI Overviews empfohlen werden

MZ
Von Micha Zauner
Gründer von smartConsulting Zauner · KI-Berater für Immobilienmakler
Das Wichtigste in Kürze

Die Klickrate auf Google-Position eins ist binnen zwei Jahren um rund 58 Prozent eingebrochen, und nur etwa 18 Prozent der Makler-Domains tauchen überhaupt in KI-Antworten auf. Der Artikel zeigt, nach welchen Signalen ChatGPT, Gemini und Google AI Overviews Makler empfehlen und welche vier Maßnahmen Maklerbüros im DACH-Raum jetzt umsetzen sollten.

KI-Suche 2026: Wie Immobilienmakler in ChatGPT, Gemini und Google AI Overviews empfohlen werden

Wenn heute jemand einen Makler sucht, tippt er immer seltener „Immobilienmakler München" bei Google ein und klickt sich durch zehn blaue Links. Stattdessen fragt er ChatGPT: „Welcher Makler in München ist auf Altbauwohnungen spezialisiert und hat gute Bewertungen?" Und bekommt eine Antwort mit drei konkreten Namen. Wer nicht dabei ist, existiert für diesen Interessenten schlicht nicht.

Das ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern der messbare Alltag des Jahres 2026. Für Maklerbüros im DACH-Raum bedeutet das: Die Regeln, nach denen man online gefunden wird, haben sich innerhalb von zwei Jahren fundamental verschoben — und die meisten Büros haben ihre Website und ihr Marketing noch nicht darauf eingestellt. Dieser Artikel zeigt, was sich konkret verändert hat, wie KI-Systeme ihre Empfehlungen bilden und welche Schritte Sie in den nächsten Wochen umsetzen sollten.

Was sich in der Suche tatsächlich verändert hat

Die Zahlen sind deutlich. Eine Ahrefs-Auswertung vom Februar 2026 zeigt, dass die Klickrate auf Google-Position eins binnen zwei Jahren um rund 58 Prozent eingebrochen ist — von etwa 7,3 Prozent im Dezember 2023 auf 1,6 Prozent im Dezember 2025. Seer Interactive misst einen vergleichbaren Rückgang der organischen Klickrate um rund 61 Prozent. Für den deutschen Markt wird der Verlust auf mehrere hundert Millionen organische Klicks pro Monat geschätzt.

Der Grund: Google AI Overviews, also die KI-generierte Antwortbox über den klassischen Ergebnissen. Ihre Abdeckung ist laut BrightEdge im Jahresvergleich um rund 58 Prozent gestiegen, und in manchen Branchen beantwortet die KI-Box inzwischen die überwiegende Mehrheit der Anfragen direkt. Rund zwei Drittel aller Google-Suchen enden 2026 ohne einen einzigen Klick auf eine Website.

Parallel dazu ist eine zweite Suchoberfläche entstanden. ChatGPT hat die Marke von 800 Millionen wöchentlichen Nutzern überschritten und macht etwa drei Viertel des gesamten KI-Verweistraffics aus, gefolgt von Gemini und Perplexity. Gartner rechnet damit, dass das Volumen klassischer Suchmaschinen bis Ende 2026 um rund ein Viertel zurückgeht, weil Anfragen zu Chatbots und Assistenten abwandern.

Die entscheidende Konsequenz für Makler: Sichtbarkeit heißt nicht mehr nur „auf Seite eins ranken", sondern „in der Antwort zitiert werden". Genau dafür hat sich der Begriff Generative Engine Optimization (GEO) etabliert.

Wie KI-Systeme entscheiden, welchen Makler sie nennen

Viele Makler stellen sich das als Blackbox vor. Tatsächlich ist der Ablauf bei lokalen Anfragen recht nachvollziehbar: Fragt jemand nach „Makler in Regensburg", startet das KI-System eine Live-Websuche, liest die vorderen Treffer, gleicht Bewertungen, Firmendaten und Erwähnungen aus verschiedenen Quellen ab — und verdichtet das Ganze zu einer Empfehlung mit zwei bis fünf Namen.

Eine Auswertung von Makler-Domains zeigt, wie eng dieses Nadelöhr ist: Nur rund 18 Prozent der untersuchten Makler-Websites tauchten überhaupt in KI-Antworten auf. Vier Signale sind dabei besonders ausschlaggebend.

1. Konsistente lokale Datenpunkte

KI-Systeme bevorzugen bei standortbezogenen Fragen gepflegte lokale Quellen: Google-Unternehmensprofil, Apple Maps, Bing Places, Branchenverzeichnisse. Weichen Name, Adresse oder Telefonnummer zwischen diesen Quellen voneinander ab, sinkt das Vertrauen des Modells in die Daten — und es nennt lieber den Wettbewerber, dessen Angaben überall identisch sind.

2. Echte Bewertungen in Textform

Sternebewertungen allein reichen nicht. KI-Systeme lesen den Bewertungstext und ziehen daraus inhaltliche Zuschreibungen: „spezialisiert auf Erbimmobilien", „sehr gute Erreichbarkeit", „faire Bewertung ohne Überversprechen". Ein Büro mit 25 ausformulierten Rezensionen wird von einem Modell inhaltlich präziser eingeordnet als eines mit 120 reinen Sterne-Klicks. Wer heute systematisch nach Bewertungen fragt, füttert damit direkt die KI-Empfehlung von morgen.

3. Inhalte, die eine Frage beantworten

Generative Systeme zitieren bevorzugt Abschnitte, die eine klar erkennbare Frage in wenigen Sätzen beantworten. Ein Fließtext über „Unsere Philosophie" liefert nichts Zitierfähiges. Ein Abschnitt mit der Überschrift „Was kostet ein Immobilienverkauf in Linz?" und einer konkreten, sachlichen Antwort dagegen sehr wohl. Fachlich belegte Aussagen, Zahlen und regionale Konkretheit erhöhen die Chance auf Zitierung deutlich.

4. Erwähnungen außerhalb der eigenen Website

Modelle gewichten Quellen, die sie mehrfach unabhängig bestätigt finden. Lokale Presse, Branchenportale, Podcast- und Interviewauftritte, Verbandsseiten, Erwähnungen in Ratgeberartikeln: Jede zusätzliche Nennung Ihres Firmennamens im Zusammenhang mit Ihrer Region und Ihrem Spezialgebiet stabilisiert das Bild, das die KI von Ihnen hat.

Vier Maßnahmen, die Sie in den nächsten Wochen umsetzen sollten

Das Unternehmensprofil vollständig und spezifisch pflegen

Kategorie, Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, aktuelle Fotos, Beitragsfunktion — und vor allem: Beschreibungstexte, die Ihre Spezialisierung benennen. „Immobilienmakler" ist austauschbar. „Immobilienmakler für Anlageobjekte und Wohnungseigentum in Graz und Umgebung" gibt dem Modell etwas, woran es anknüpfen kann. Prüfen Sie parallel Apple Maps und Bing Places, die von vielen Büros vergessen werden.

Eine Antwortseite pro echter Kundenfrage

Sammeln Sie die zehn Fragen, die Ihnen Verkäufer und Käufer im Erstgespräch tatsächlich stellen — zu Provision, Ablauf, Energieausweis, Bewertung, Verkaufsdauer in Ihrer Region. Beantworten Sie jede davon auf Ihrer Website in einem eigenen, sauber überschriebenen Abschnitt: zwei bis vier Sätze direkte Antwort, danach die Details. Diese Struktur ist für KI-Systeme leicht zu extrahieren — und für Ihre Interessenten ohnehin nützlich.

Strukturierte Daten hinterlegen

Auszeichnungen für Unternehmensdaten, Bewertungen, FAQ und Immobilienangebote machen Ihre Website maschinenlesbar. Das ist kein SEO-Gimmick, sondern die Grundlage dafür, dass ein Modell Ihre Angaben überhaupt zuverlässig zuordnen kann. Ein guter Webentwickler erledigt das in wenigen Stunden — der Effekt hält Jahre.

KI-Sichtbarkeit regelmäßig messen

Was Sie nicht messen, können Sie nicht verbessern. Legen Sie eine Liste mit zehn realistischen Suchanfragen an („bester Makler in [Ihre Stadt]", „Makler für Hausverkauf [Region]", „Immobilienbewertung [Stadt] Kosten") und prüfen Sie diese einmal im Monat in ChatGPT, Gemini und Google. Notieren Sie, ob Sie genannt werden, wer sonst genannt wird und welche Quelle die KI dafür zitiert. Diese Liste ist Ihr Frühwarnsystem — und lässt sich vollständig automatisieren.

Drei Fehler, die aktuell die meiste Sichtbarkeit kosten

Die Website als reine Bildergalerie

Viele Maklerseiten sind visuell hervorragend und inhaltlich fast leer. Große Hero-Bilder, ein Slogan, eine Objektübersicht — und kaum Text, den ein Sprachmodell verarbeiten könnte. Wenn Ihre gesamte Website weniger auswertbare Aussagen enthält als ein einzelner Blogartikel des Wettbewerbers, wird die KI den Wettbewerber zitieren. Bilder und Videos bleiben wichtig für die menschliche Entscheidung, ersetzen aber keine inhaltliche Substanz.

Bewertungen dem Zufall überlassen

Der häufigste Grund für zu wenige Rezensionen ist nicht Unzufriedenheit, sondern schlicht, dass niemand danach fragt. Der ideale Zeitpunkt ist der Moment der größten Zufriedenheit: direkt nach dem Notartermin oder der Schlüsselübergabe. Eine kurze, persönliche Nachricht mit direktem Link erhöht die Rücklaufquote erheblich — und weil KI-Systeme Bewertungstexte inhaltlich auswerten, lohnt es sich, um eine Formulierung zu bitten, die die konkrete Leistung benennt statt nur „alles super".

Regionale Konkretheit vermeiden

Aus Sorge, potenzielle Kunden auszuschließen, formulieren viele Büros bewusst allgemein: „Wir betreuen Sie in ganz Österreich." Für KI-Empfehlungen ist das kontraproduktiv. Modelle beantworten fast immer eine konkrete Frage nach einem konkreten Ort. Je präziser Sie Ihre Stadtteile, Gemeinden und Objekttypen benennen, desto eher werden Sie diesen Fragen zugeordnet. Spezialisierung ist in der KI-Suche kein Risiko, sondern die Eintrittskarte.

Was das für die Immobiliensuche selbst bedeutet

Die Entwicklung betrifft nicht nur die Maklersuche, sondern die Objektsuche selbst. Erste große Marktteilnehmer im DACH-Raum haben Anfang 2026 Immobiliensuchen direkt in ChatGPT integriert, KI-gestützte Suchassistenten der großen Portale ordnen Angebote nach natürlichsprachigen Wünschen statt nach Filtern. Für Makler heißt das: Auch Ihre Exposé-Texte werden künftig von Modellen gelesen und interpretiert, nicht nur von Menschen.

Praktisch bedeutet das, Objektbeschreibungen wieder inhaltlich zu füllen: konkrete Angaben zu Lage, Anbindung, Energiewerten, Zustand und Zielgruppe statt Schlagwortketten wie „traumhaft, einmalig, provisionsfrei". Ein Modell kann mit „Baujahr 1998, Wärmepumpe seit 2023, 8 Minuten zur S-Bahn" arbeiten. Mit „Wohnjuwel in Bestlage" kann es nichts anfangen — und Ihr Kunde am Ende auch nicht.

Fazit: Wer jetzt handelt, hat einen realistischen Vorsprung

Der wichtigste Befund dieser Entwicklung ist zugleich die beste Nachricht: Wenn nur rund ein Fünftel der Makler-Domains überhaupt in KI-Antworten auftaucht, ist das Feld noch weitgehend unbesetzt. Anders als beim klassischen SEO-Wettrennen der letzten fünfzehn Jahre entscheidet hier aktuell nicht das größte Budget, sondern Sorgfalt bei Datenpflege, Bewertungen und Inhalten. Ein gut geführtes Büro mit 30 echten Rezensionen und einer sauber strukturierten Website kann in einer KI-Antwort vor einem Konzern ohne lokale Signale landen.

Der Aufwand ist überschaubar, wenn man ihn systematisch angeht — und ein großer Teil davon lässt sich automatisieren: die monatliche Sichtbarkeitsprüfung, die Erinnerung an Bewertungsanfragen nach dem Notartermin, die Erstellung strukturierter Antwortinhalte aus Ihren eigenen Gesprächsnotizen.

Sie möchten wissen, ob Ihr Büro in ChatGPT, Gemini und den Google AI Overviews aktuell empfohlen wird — und was konkret fehlt, damit es passiert? In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Sichtbarkeit gemeinsam an und zeigen Ihnen, welche Schritte in Ihrem Fall den größten Hebel haben. Jetzt kostenloses Erstgespräch mit smartConsulting Zauner vereinbaren — unverbindlich und praxisnah, mit konkreten Handlungsempfehlungen für Ihr Maklerbüro.

Themen:

KI Sichtbarkeit MaklerGenerative Engine OptimizationChatGPT ImmobilienmaklerGoogle AI OverviewsGEO ImmobilienMakler online gefunden werdenKI Suche 2026lokale Sichtbarkeit Makler

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch und erfahren Sie, wie wir Ihnen helfen können.

Jetzt Kontakt aufnehmen