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Immobilien11. Juli 20266 Min. Lesezeit

Immobilienmarkt-Report Juli 2026: Mehr Angebot, stabile Preise – was Makler jetzt daraus machen können

MZ
Von Micha Zauner
Gründer von smartConsulting Zauner · KI-Berater für Immobilienmakler
Das Wichtigste in Kürze

Die Marktzahlen für Juli 2026 zeigen: Das Angebot in Deutschland liegt rund 35 Prozent über Vorjahr, in Österreich läuft die Gebührenbefreiung aus. So nutzen Makler die aktuelle Marktlage für Akquise und Kundenberatung.

Immobilienmarkt-Report Juli 2026: Mehr Angebot, stabile Preise – was Makler jetzt daraus machen können

Die Marktdaten für Juli 2026 zeichnen ein differenziertes, aber insgesamt positives Bild: Der bundesweite Median liegt in Deutschland bei rund 2.937 Euro pro Quadratmeter für Kaufimmobilien, das Gesamtangebot an Verkaufsobjekten liegt rund 35 Prozent über dem Vorjahresniveau, und die Nachfrage zieht spürbar wieder an. In Österreich läuft zeitgleich eine wichtige Förderung aus, die tausende Käufer in den vergangenen zwei Jahren spürbar entlastet hat. Für Immobilienmakler im DACH-Raum ergeben sich daraus gleich mehrere konkrete Ansatzpunkte für Kundengespräche, Akquise und Vertragsabschlüsse – wenn man die Zahlen richtig einordnet und aktiv kommuniziert.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen, ordnet sie für die tägliche Beratungspraxis ein und zeigt, wie Sie die aktuelle Marktphase gezielt für mehr Anfragen und schnellere Abschlüsse nutzen.

Die Zahlen im Überblick: Was der Markt im Juli 2026 wirklich zeigt

Deutschland: Stabilisierung bei wachsendem Angebot

Nach der Korrekturphase der vergangenen Jahre zeigt der deutsche Wohnimmobilienmarkt im Sommer 2026 klare Stabilisierungssignale. Die Transaktionszahlen steigen wieder, die Finanzierungsbedingungen haben sich verbessert, und die Nachfrage übersteigt in vielen Regionen wieder das verfügbare Angebot an guten Objekten. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der zum Verkauf stehenden Immobilien rund 35 Prozent höher als im Vorjahr – Käuferinnen und Käufer haben also spürbar mehr Auswahl und dadurch auch eine bessere Verhandlungsposition als noch vor zwei Jahren.

Regional bleibt die Preisspanne enorm: Während München mit rund 8.735 Euro pro Quadratmeter weiterhin die teuerste deutsche Großstadt ist, liegen ländliche Lagen wie der Vogtlandkreis bei etwa 818 Euro pro Quadratmeter – eine Differenz von fast 8.000 Euro pro Quadratmeter zwischen den Extremen. Für Makler bedeutet das: Pauschale Aussagen zur „Marktlage" funktionieren immer weniger. Wer im Kundengespräch konkrete, regionale Zahlen liefert, hebt sich deutlich von Wettbewerbern ab, die nur mit bundesweiten Durchschnittswerten argumentieren.

Österreich: Vorsichtige Erwartungen, aber erste Aufwärtsbewegung in gefragten Lagen

In Österreich rechnen aktuell 59 Prozent der Marktteilnehmer für 2026 mit einer Seitwärtsbewegung der Preise, nur 12 Prozent erwarten einen spürbaren Anstieg. Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins seit der Zinspause im Sommer 2025 bei rund 2,15 Prozent stabil, was Planungssicherheit für Käufer schafft. Besonders in gefragten Stadtlagen mit begrenztem Angebot ziehen die Preise für Wohnungen bereits wieder an, während ländliche Regionen überwiegend stabil bis leicht rückläufig bleiben. Der Fachverbandsobmann der österreichischen Immobilientreuhänder bringt es auf den Punkt: 2026 wird ein Jahr der Neuorientierung und Professionalisierung für die Branche.

Auslaufende Förderung in Österreich als konkreter Handlungsanlass

Besonders relevant für die österreichische Beratungspraxis: Die Gebührenbefreiung aus dem Wohnbaupaket 2024, die Käufern beim Erwerb von privatem Wohneigentum bis 500.000 Euro Kaufpreis eine Ersparnis von bis zu 2,3 Prozent beziehungsweise maximal 11.500 Euro pro Vertragspartei ermöglichte, ist Ende Juni 2026 regulär ausgelaufen. Befreit waren die Grundbucheintragungsgebühr in Höhe von 1,1 Prozent sowie die Pfandrechtseintragungsgebühr von 1,2 Prozent des Bankpfandrechts. Einzelne Anbieter verlängern vergleichbare Aktionen zwar noch bis in den August hinein, für die breite Masse der Käufer gilt jedoch: Wer jetzt noch abschlussbereit ist, sollte zügig handeln, bevor die vollen Nebenkosten wieder greifen.

Warum diese Marktphase für Makler mehr Chance als Risiko ist

Ein Markt mit mehr Angebot, anziehender Nachfrage und auslaufenden Förderungen klingt zunächst nach Unsicherheit. Für gut vorbereitete Makler ist genau das jedoch der ideale Nährboden für aktive Beratung – aus drei Gründen.

Erstens sorgt das gestiegene Angebot dafür, dass Eigentümer verkaufsbereiter Immobilien realistische Preiseinschätzungen brauchen, um sich gegen die größere Konkurrenz am Markt durchzusetzen. Wer hier mit fundierten, regionalen Vergleichsdaten arbeitet statt mit Wunschpreisen, gewinnt spürbar an Vertrauen. Zweitens erzeugt die auslaufende Förderung in Österreich einen klaren zeitlichen Druck, der sich hervorragend für die aktive Kundenansprache nutzen lässt – Fristen motivieren Interessenten bekanntlich stärker zum Handeln als allgemeine Marktkommentare. Drittens zeigt die anziehende Nachfrage bei gleichzeitig stabilen bis moderat steigenden Preisen, dass sich das lange Zögern vieler Käufer und Verkäufer allmählich auflöst – ein guter Moment, um zurückhaltende Kontakte aus dem Bestand erneut zu aktivieren.

Praxistipps: So nutzen Sie die aktuelle Marktlage aktiv

Verkäufern das gestiegene Angebot als Argument für realistische Preise vermitteln

Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen möchten, unterschätzen häufig, wie stark sich das Angebot in ihrer Region seit dem letzten Marktcheck verändert hat. Zeigen Sie im Erstgespräch konkret auf, wie viele vergleichbare Objekte aktuell in der Region zum Verkauf stehen, und leiten Sie daraus eine realistische Preisstrategie ab. Eine bewährte Formulierung: „Das Angebot in Ihrer Region ist im letzten Jahr deutlich gewachsen – das heißt, Käufer haben mehr Auswahl. Eine realistische, gut begründete Preisstrategie verkauft sich in diesem Umfeld spürbar schneller als ein zu hoch angesetzter Preis, der dann monatelang am Markt hängt."

Käufern in Österreich die auslaufende Gebührenbefreiung als Entscheidungshilfe anbieten

Für unentschlossene Käuferinnen und Käufer in Österreich ist das Ende der Gebührenbefreiung ein sachlicher, unaufdringlicher Anlass für eine zeitnahe Kontaktaufnahme. Prüfen Sie aktiv, welche Ihrer laufenden Kontakte noch von einer möglichen Restlaufzeit einzelner Aktionen profitieren könnten, und weisen Sie transparent auf die Kostendifferenz hin – ohne unnötigen Druck aufzubauen. Wichtig dabei: Kommunizieren Sie die Regelung korrekt und verweisen Sie bei Detailfragen zur individuellen Ersparnis an einen Steuerberater, um verlässlich zu bleiben.

Regionale Datenpunkte gezielt für Content und Kundenansprache nutzen

Nutzen Sie die aktuellen Marktzahlen aktiv für Ihre Kommunikation, statt sie nur im Beratungsgespräch zu erwähnen. Ein kurzer Newsletter- oder Social-Media-Beitrag mit dem Titel „So hat sich der Immobilienmarkt in [Ihrer Region] im ersten Halbjahr 2026 entwickelt" erzeugt erfahrungsgemäß überdurchschnittliches Interesse, weil er einen konkreten, lokalen Bezug herstellt statt allgemeiner Marktkommentare. Ergänzen Sie die Zahlen um eine kurze, verständliche Einordnung – genau das unterscheidet Sie von reinen Objekt-Postings und positioniert Sie als lokalen Marktexperten.

Bestandskontakte mit einem aktuellen Marktcheck reaktivieren

Eigentümer und Interessenten, die vor einigen Monaten eine erste Bewertung angefragt, sich dann aber nicht gemeldet haben, lassen sich mit den neuen Zahlen gut erneut ansprechen. Ein kurzer, persönlicher Hinweis wie „Der Markt in Ihrer Region hat sich seit unserem letzten Gespräch spürbar verändert – darf ich Ihnen die aktuellen Zahlen zeigen?" wirkt sachlich und hilfreich statt aufdringlich, und liefert einen glaubwürdigen Anlass für ein Folgegespräch.

Checkliste: Das sollten Sie diese Woche konkret umsetzen

Verschaffen Sie sich zunächst einen aktuellen Überblick über die regionalen Angebots- und Preiszahlen in Ihrem Kerngebiet, statt sich auf bundesweite Durchschnittswerte zu verlassen. Bereiten Sie eine kurze, verständliche Erklärung zur aktuellen Marktlage vor, die Sie in jedem Erstgespräch nutzen können. Identifizieren Sie in Österreich aktiv jene Kontakte, für die das Auslaufen der Gebührenbefreiung relevant sein könnte, und sprechen Sie diese gezielt an. Nutzen Sie regionale Marktdaten als Content für Newsletter und Social Media, um Ihre Sichtbarkeit als lokaler Experte zu stärken. Und reaktivieren Sie gezielt kalte Kontakte aus Ihrem Bestand mit einem aktuellen, kostenlosen Marktcheck als Gesprächsanlass.

Fazit

Der Immobilienmarkt im Juli 2026 zeigt sich in Deutschland stabilisiert bei deutlich gewachsenem Angebot, in Österreich vorsichtig optimistisch mit ersten Preisanstiegen in gefragten Lagen. Die auslaufende Gebührenbefreiung in Österreich liefert zusätzlich einen konkreten, zeitlich begrenzten Anlass für die aktive Kundenansprache. Wer diese Entwicklungen kennt, sie präzise in regionale Aussagen übersetzt und aktiv in Kundengespräche sowie Marketing einbaut, verwandelt eine komplexe Marktlage in einen echten Wettbewerbsvorteil – und gewinnt dadurch spürbar mehr Anfragen und Mandate.

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